Die schweren Sonderschutzfahrzeuge von Audi, BMW und Mercedes entstehen daher in den Produktionsstätten der normalen Limousinen, damit die Arbeiter direkt bei der Montage das höhere Gewicht berücksichtigen können, statt einen Wagen umständlich im Nachhinein umzurüsten. So wird dort zum Beispiel der Passagierraum verstärkt, damit er bei einem Crash vom ganzen Gewicht nicht zerdrückt wird wie ein Schuhkarton. Überhaupt wird die Karosserie verstärkt, die ja selbsttragend ist und daher die fahrdynamischen Kräfte ebenso aufnehmen muss, wie sie das schwere Panzerkleid tragen muss.
Schließlich werden noch die Fahrwerkskomponenten aufgerüstet: höhere Federraten oder wie bei Daimler zusätzlich zur Luftfederung noch Stahlfedern, stabilere Querlenker und auf das hohe Gewicht dimensionierte Dämpfer. Das hochgesteckte Ziel ist, dass der Panzer so nah wie möglich an der normalen Limousine liegt, sowohl vom äußeren Erscheinungsbild als auch vom Fahrverhalten.
Schnappschüsse von Obamas Cadillac legen nahe, dass GM den Wagen ausgehend vom Chassis seiner Truck-Plattform GMC Topkick konstruierte, denn dieses Panzerviech wiegt über acht Tonnen – der Secret Service nennt den Wagen tatsächlich "The Beast". Das hehre Ziel mit der Fahrdynamik in allen Ehren, aber so ein Biest weicht nicht mehr ohne weiteres aus. Wenn Angreifer mit einem Van oder etwas vergleichbar Insubstanziellen versuchen, ihr Fahrzeug querzustellen, um den Weg zu blockieren, lautet die Maßgabe für die Fahrer der Schwerpanzer nicht mehr "ausweichen" sondern "Vollgas": Die geballte Masse bricht da einfach durch.
Die Einstufung in Sicherheitsklassen nehmen in Deutschland mehrere Beschussämter (in Mellrichstadt, München und Ulm) vor. Bei den neueren Klassen für Fahrzeuge untersuchen die Prüfer die Gesamtfahrzeuge auch auf Schwachstellen. Eine Tür platt mittig zu beschießen, ist relativ uninteressant, dazu kann man sie auch einfach allein auf den Schießstand hängen. Interessant sind die Übergänge, zum Beispiel die Übergänge von Türen zu Säulen, die am kompletten Fahrzeug auf ihre Schutzwirkung getestet werden. Der Schutz vor Kugeln an dieser Stelle sieht ähnlich aus wie der einer Winterjacke vor Wasser: überlappende Materiallabyrinthe. Der Türeinstieg verkleinert sich dadurch, bei den aktuellen, im Herstellerhaus gefertigten Wagen jedoch lange nicht mehr so auffällig wie bei früheren Nachrüstlösungen.