Gepanzerte Fahrzeuge für die Prominenz
Über Geheimhaltung und interessante, von außen unsichtbare Technik
Bei einem Hersteller geschieht der Notausstieg dadurch, dass die Frontscheibe abgesprengt wird. Das klingt spektakulär, der Sicherheit aller Beteiligten wegen sprengt die Ladung jedoch nur die Befestigungen und Dichtungen frei, damit der Fahrer sie herausdrücken kann. Ähnliche Systeme helfen, verkantete Türen aufzubekommen.
Lahmgelegt
In einem Video der amerikanischen Erklärseite How Stuff Works fährt ein Redakteur durch einen auf einer US-Raketenbasis künstlich erzeugten starken elektromagnetischen Puls (EMP). Die integrierte Elektronik wird trotz ihrer Blechumgebung und dem Faraday'schen Käfig geröstet, die Zündung geht aus, der Motor stoppt. Die Fensterheber jedoch funktionieren noch, genauso wie die Batterie und diverse Lampen.
Stellen wir uns also vor, jemand greift eine Panzerlimousine mit einer EMP-Waffe an. Anders als militärische Fahrzeuge sind diese nicht gegen EMP geschützt oder darauf vorbereitet, wohl aber sind wichtige elektronische Teile gesondert in Metall gepanzert. Es ist also davon auszugehen, dass Sonderschutzfahrzeuge der hohen Klassen höhere Pulsenergien unbeschadet vertragen. Und wenn nicht, bleiben alle simplen Systeme erhalten: die Fensteröffner funktionieren noch, die Batterie (auch gepanzert) ebenso, die Grundelektrik ist insgesamt noch funktionstüchtig. Obwohl der Wagen ohne Elektronik natürlich nicht mehr fährt, bleibt seine passive Schutzwirkung bestehen, ebenso wie die Möglichkeit, ihn zu verlassen.
An der Sauerstoffflasche
Was wäre bei einem Angriff mit Gasgranaten? Zunächst einmal schließen die Limousinen recht dicht ab, wenn auch nicht ganz dicht. Und es gibt Gase, die in äußerst geringen Konzentrationen bereits sehr schädlich sind. Deshalb gibt es im Zubehör für die Panzerlimos eine Sauerstoffversorgung, die das Fahrzeuginnere in einem solchen Fall mit einem leichten Überdruck bepumpt. An eventuellen Undichtigkeiten tritt jetzt bestenfalls Luft aus, es gelangt jedoch kein Gas hinein. Von Amerikas Ex-Präsidenten George W. Bushs Staatskarosse ging sogar das Gerücht um, dass sie sich selbst einnebeln könne, um die Zielerfassung zu erschweren.
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