Toyota: Manipulation des Gaspedals ist unrealistisch
Gutachter zeigt, dass sich Fahrzeuge anderer Marken ebenso manipulieren lassen
ABC blamiert sich
Nicht nur der Versuchsaufbau von Prof. Gilbert sorgte bei Toyota für Verdruss. Wie das Wall Street Journal berichtete, hat der Fernsehsender ABC den Versuch offenbar in verfälschter Form dargestellt, um ihn publikumswirksam aufzubereiten. An einem kurzen Ausschnitt des Films konnte der Exponent-Mitarbeiter Matthew Schwall zeigen, dass der von Prof. Gilbert manipulierte Wagen bei der Aufnahme des Drehzahlmessers stillstand, obwohl der Film insgesamt ein fahrendes Auto zeigte. Der Hinweis darauf kam von der kritischen Website gawker.com. Nachdem gawker.com darauf hingewiesen hatte, tauschte ABC diesen Teil des Videos auf seiner Website aus und zeigt seitdem eine wacklige Version in einem fahrenden Auto, bei der der Drehzahlmesser nicht bis 6000 U/min geht. gawker.com spricht unverblümt von einem Fake – ohne dies allerdings dem Versuch an sich zu unterstellen.
Interessenkonflikte
Schwerwiegender als diese offensichtliche Fehlleistung des Fernsehsenders ist ein Vorwurf von Toyota-Sprecher Mike Michels an die Adresse von David Gilbert: Dieser habe 1800 US-Dollar von einem Anwalt für seine Arbeit bekommen, der an Verfahren gegen Toyota beteiligt ist. Der Anwalt, Sean Kane, bestätigte die Zahlungen mit dem Hinweis, dass die Versuche nie dazu gedient hätten, reale Bedingungen zu simulieren. Ihr Zweck wäre einzig gewesen, auf alternative Fehlerquellen hinzuweisen.
Nach Einschätzung des Wall Street Journals war Toyota mit seiner Gegendarstellung durchaus erfolgreich. George Maliano, Chef der Unternehmensberatung IHS Global Insight, zeigt sich gegenüber der Zeitung dennoch skeptisch: Toyota stehe nach wie vor der Aufgabe, die genaue Ursache für das plötzliche Beschleunigen nachzuweisen, damit die Menschen sich wieder in einen Toyota trauen. Der bei manchen entstehende Eindruck, dass gezielt Stimmung gegen den japanischen Autobauer gemacht wird, macht diese Aufgabe nicht leichter.
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