Wiesbaden, 12. März 2010 – Im Jahr 2009 wurden aus Deutschland insgesamt 389.200 gebrauchte Pkw im Gesamtwert von 4,5 Milliarden Euro exportiert. Im Vergleich zum Vorjahr 2008 gingen die Ausfuhren von Gebrauchtwagen damit um insgesamt 68.500 Stück (–15,0 Prozent) zurück. Dies teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) heute anhand vorläufiger Ergebnisse mit.
Der Rückgang bei den Exporten um eine lediglich fünfstellige Zahl überrascht, da infolge der "Abwrackprämie", die zwischenzeitlich zum Wort des Jahres 2009 gekürt wurde, knapp 2 Millionen Autos beim Verschrotter landeten. Besonders fällt auf, dass die Exporte von Gebrauchtwagen nach Afrika gar um 12.700 auf insgesamt 79.600 Stück (+19,1 Prozent) angestiegen sind. Gemessen am deutschen Gesamtexport war somit jeder fünfte Gebrauchtwagen für Afrika bestimmt. Dabei lag der Durchschnittswert eines nach Afrika gelieferten Pkw mit rund 2200 Euro unter dem staatlichen Verschrottungsbonus von 2500 Euro. Zum Vergleich: Die Durchschnittswerte für die Gebrauchtwagenexporte nach Amerika betrugen Destatis zufolge 29.200 Euro, nach Europa 16.600 Euro und nach Asien 3900 Euro.
Hauptabnehmer in Afrika waren die westafrikanischen Länder Benin mit 28.800 Fahrzeugen (+28,0 Prozent gegenüber dem Jahr 2008) und Nigeria mit 18.500 Fahrzeugen (+25,1 Prozent). Diese beiden Länder gelten aufgrund der Handelswege der Reedereien als wichtige Zielregion für die Ausfuhren von gebrauchten Fahrzeugen aus deutschen Häfen nach Westafrika. Überdurchschnittlich stiegen 2009 auch die Exporte von Gebrauchtwagen nach Turkmenistan (+55,3 Prozent), Afghanistan (+195 Prozent) und in den Libanon (+122,6 Prozent). Nicht mit statistischen Mitteln zu klären erscheint hingegen die Frage, wie viele Pkw, für die eine Abwrackprämie gewährt wurde, doch noch irgendwo weiterlaufen. Über das Ausmaß illegaler Exporte gab es im vergangenen Sommer zwar medienwirksame Spekulationen, aber keine eindeutigen Belege.