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03.02.2010

Volkswagen will vor allem in den Schwellenländern wachsen

Volkswagen will auf seinem Weg an die weltweite Branchenspitze vor allem in China wachsen. Auf seinem jetzt schon größten Markt will der Konzern seine Auslieferungen mittelfristig von 1,4 Millionen Fahrzeugen im vergangenen Jahr auf dann zwei Millionen Stück erhöhen, wie der Vorstand am Mittwoch vor Investoren in London erläuterte. Bis 2018 will VW der weltweit führende Automobilhersteller werden und dabei nicht nur Toyota als Spitzenreiter ablösen, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich sein. "Unsere Planung enthält nur Ziele, die wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erreichen können", unterstrich Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch.

Besonders im Visier hat der Konzern die überdurchschnittlich wachstumsstarken Schwellenländer. Das China-Geschäft soll mittelfristig eine operative Umsatzrendite von mindestens sechs Prozent erzielen, die Kapitalrendite soll weiterhin über 20 Prozent liegen. Wegen der gemeinschaftlichen Struktur der chinesischen Gesellschaften tauchen die Einnahmen aus dem China-Geschäft in der VW-Bilanz im Beteiligungsergebnis auf und werden nicht im Umsatz und operativen Ergebnis des Konzerns erfasst.

Für die USA bekräftigte das Management sein Wachstumsziel, wonach dort der Absatz von zuletzt 298.000 Fahrzeuge auf eine Million Stück im Jahr 2018 steigen soll. Damit wird ein Marktanteil von sechs Prozent angestrebt. Bei voller Produktion des neuen Werks in Chattanooga, das im nächsten Jahr die Fertigung aufnehmen soll, hält Finanzvorstand Pötsch eine positive Rendite zwischen drei und vier Prozent für möglich. Noch schreibe man mit dem US-Geschäft rote Zahlen, räumte Pötsch ein. Weltweit will der Konzern seine Verkäufe bis 2018 auf über zehn Millionen Fahrzeuge steigern. Im vergangenen Jahr hatte der Automobilhersteller 6,29 Millionen Wagen ausgeliefert.

Um die Profitabilitätsziele zu erreichen, sind weitere Kostensenkungen geplant. Hierzu soll unter anderem die deutliche Ausweitung des Baukastenprinzips beitragen. Dabei werden gleiche Teile in verschiedenen Modellen eingesetzt, die sich aufgrund der größeren Mengen günstiger herstellen lassen. Nach der Einführung des sogenannten "Modularen Längsbaukastens" (MLB) bei Audi solle nun der "Modulare Querbaukasten" (MQB) bei den Klein- und Mittelklassewagen folgen. Das Unternehmen verspricht sich neben den geringeren Stückkosten auch Einsparungen bei den Entwicklungsaufwendungen.

Die Quote für Sachinvestitionen soll aber mittel- und langfristig im Automobilbereich bei rund sechs Prozent vom Umsatz bleiben. In den vergangenen Jahren habe man im Schnitt rund fünf Milliarden Euro jährlich in Forschung und Entwicklung investiert, sagte VW-Chef Martin Winterkorn vor den Investoren. Im Mittelpunkt der Forschung soll die Verringerung von Verbrauch und Abgasausstoß stehen, darunter auch die Entwicklung alternativer Antriebe wie Hybrid und Elektro. (dpa)

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