Leseprobe aus c't 6/10
Apple hat den Weg bereitet, eine ganz neue Generation von Smartphones mit Touch-Bedienung hat die mobile Welt aus jederzeit verfügbarem Netz und riesiger Anwendungsvielfalt zum Massenphänomen gemacht. Immer mehr Anwender finden von PC, Laptop und Spezialgeräten ihren Weg in die Welt des sozialen Echtzeit-Internet auf Smartphones und demnächst wohl Tablets.
Mobile first!“ Was Google gerade erst als neuen Schlachtruf für das Vorgehen des Konzerns ausgegeben hat, könnte als Motto für die ganze Branche stehen und prägt in diesem Jahr auch die CeBIT. Google-Chef Eric Schmidt sieht einen Punkt erreicht, an dem die letzten Puzzlesteine an ihren Platz fallen, die für ein praktikables mobiles Internet noch gefehlt haben: Prozessoren lieferten genug Rechenleistung, schnelle Netze erlaubten dauerhafte Konnektivität und die Cloud schaffe das nötige Rückgrat für mobile Dienste. „Damit werden die Spielregeln neu geschrieben“, ist sich Schmidt sicher. Er sieht einen fundamentalen Wandel kommen: Angesichts der wachsenden Verkaufszahlen sei zu erwarten, dass etwa 2013 erstmals mehr Smartphones als PCs gekauft werden.
Das mobile Internet als einen Netzzugriff mit endlich funktionstüchtigem Mobil-Web-Browser zu sehen, greift viel zu kurz. Mit der neuen Generation der Smartphones erschließt sich eine ganze Anwendungswelt, die über Online-Shops für Smartphone-Software, mittlerweile meist Apps genannt, ohne große Mühe, wenn auch oft gegen einen Obolus, zur Verfügung steht. Das mobile Internet wird für den Nutzer zu einer Welt, in der er viele Aufgaben erledigt und Bedürfnisse befriedigt, ohne sich noch nach dem stationären PC zurückzusehnen. Der Anwender findet zudem unzählige neue Anwendungen, die nur in einer mobilen Welt erdacht und erschaffen werden konnten.
Wie lange schon wurde der Durchbruch des mobilen Internet prophezeit? Allein, die Handys waren nicht so weit; mit Apples iPhone tauchte dann zum ersten Mal ein Gerät auf, das das Versprechen vom überall verfügbaren Internet Realität werden ließ. Mittlerweile sind Smartphones endlich so leicht zu bedienen, dass man gerne mit ihnen umgeht; jetzt lösen sie die Versprechen der letzten Jahre ein: Die Synchronisation läuft perfekt, der Browser stellt (fast) alle Seiten dar, E-Mail und soziale Netzwerke sind unterwegs nutzbar.
Der Umgang mit dem Smartphone, den unzähligen Anwendungen und dem Internet unterwegs macht so viel Spaß, dass das Übertragen von Aufgaben ans Smartphone den Anwender tatsächlich entlastet, statt ihn mit komplizierter Bedienung zu belasten. Niemand, den mit den alten Stift-Smartphones oder PDAs eine Art Hassliebe vereint, will wieder zum Stift zurück, wenn er sich erst einmal auf die Fingerbedienung der modernen Geräte eingelassen hat. Sogar die Touchscreen-Tastaturen überzeugen immer mehr Anwender, sodass, wenn es nur mal um eine kurze Eingabe nebenbei geht, die in einigen Smartphones eingebauten Auszug-Tastaturen eingeschoben bleiben.

Tablet-PCs, endlich richtig gemacht: Mit reiner Touch-Bedienung ausgestatteten Geräte wie Apples iPad schließen die Lücke zwischen Smartphone und Notebook beziehungsweise PC. Für einige Aufgaben können sie einen herkömmlichen PC nahezu vollständig ersetzen.
Marktführer und vielleicht wichtigster Innovationsträger bleibt Apple. Die Konkurrenz hat es in den drei Jahren seit Erscheinen des iPhone gerade einmal geschafft, aufzuholen. Sie schickt sich nur in wenigen Aspekten an, Apple auch zu überholen. Apples Vorgehen hat aber einen Haken: Die Eingeräte-Politik wird den Bedürfnissen der weiter rasant wachsenden Anwenderzahl nicht gerecht werden: Es wird genügend Nutzer geben, die ein Telefon mit größerem oder kleinerem Display haben wollen, mit per MicroSD erweiterbarem Speicher, vielleicht doch mit Tastatur und ganz sicher ohne Vertragsbindung an T-Mobile. Viele dieser Wünsche erfüllen die Telefone mit dem von Google initiierten und unterstützten Android-Betriebssystem (siehe auch den Artikel „Aufstand der Androiden“ auf Seite 124). Android-Smartphones entwickeln sich derzeit schneller und vielseitiger als das iPhone. Die Anwendungsprogrammierer genießen auf der Android-Plattform eine größere Freiheit, die sich in einigen originelleren (wenn auch optisch nicht so ausgefeilten) Apps widerspiegelt. Auch die nahtlose Interaktion mit den Google-Anwendungen wie Kalender, E-Mail, RSS-Reader, die keine eigene Synchronisation der Daten zwischen Smartphone und PC mehr erfordert, lockt viele Nutzer zu Android-Handys – während es andere wieder aus Befürchtungen, der Krake Google treibe Schindluder mit den privaten Daten, auch abschrecken kann. Derzeit zumindest sehen einige Umfragen Android im Käuferinteresse bereits auf gleichem Niveau wie Apple. (jk)
Den vollständigen Artikel finden Sie in c't 6/2010
CeBIT! Hightech! Zukunft! Die größte IT-Messe der Welt spart auch in diesem Jahr nicht an Superlativen: Mit „Connected Worlds“ feiert die IT-Branche die globalisierte Vernetzung. Die schwere Wirtschaftskrise geht zwar nicht unbemerkt an der weltgrößten IT-Messe vorbei – doch die zuletzt von Branchengrößen wie Intel, Microsoft, Google oder IBM vorgelegten Geschäftszahlen machen der gesamten Industrie Hoffnung, dass das Schlimmste überstanden ist. Man blickt also mit viel Optimismus in Richtung CeBIT. Vom 2. bis 6. März zeigt die IT-Branche in Hannover wieder die neuen Entwicklungen, Techniken und Produkte – die wichtigsten Informationen über Hersteller, Geräte und Trends zur CeBIT haben wir in c't 6/10 ab Seite 16 zusammengestellt, erste Tests von neuer Hard- und Software, die auf der CeBIT zu sehen sein wird, gibt es ab Seite 80 in c't 6/10 .
Über das Tagesgeschehen hinaus fasst die CeBIT aber auch immer aktuelle Trends zusammen. Es führt kein Weg mehr an sozialen Netzwerken und dem Echtzeit-Internet vorbei – die Nutzer haben nicht einfach nur überall das Internet zur Verfügung, sie bewegen sich in sozialen Räumen im Netz, täglich, stündlich, minütlich von dem unterrrichtet, was hier und jetzt passiert. Das verändert das Leben der Menschen; und es stellt ganz neue Anforderungen an die Hardware, mit denen die Menschen ihr Leben organisieren. Die Smartphone-Revolution wird zum Massenphänomen, der klassische PC wird immer mehr zurückgedrängt.
Die Smartphone-Revolution Seite 180
Vom Highend-Rechner zum Nicht-PC Seite 184
Vom Überall-Netz ins Echtzeit-Netz Seite 188
Leben im Echtzeit-Netz Seite 190