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08.10.2009 13:14

Nvidia steigt langsam aus dem Geschäft mit Mainboard-Chipsätzen aus [Update]

Im August vergangenen Jahres dementierte Nvidia noch einen Ausstieg aus dem Chipsatzgeschäft, nun zeichnet sich ab, dass das Unternehmen diesen Markt wohl doch verlassen wird. Die Entwicklung neuer Mainboard-Chipsätze für AMD-Prozessoren sei bereits eingestellt worden; für Intels kürzlich vorgestellte Lynnfield-Prozessoren mit ihrem DMI-Interface habe das Unternehmen keine Lizenz, daher sei es unmöglich, Chipsätze für diese CPU und deren Nachfolger zu vertreiben. Das berichtet das US-amerikanische PC Magazine. Dabei beruft es sich auf ein Gespräch mit Nvidia-Mitarbeiter Robert Sherbin. Nvidia Deutschland konnte die Information nicht bestätigen, da die deutsche Dependance bislang keine konkreten Informationen vom US-Hauptquartier erhalten habe. Eine Stellungnahme wurde für morgen in Aussicht gestellt.

Einige Hinweise auf solch einen Ausstieg gab es schon länger. So ignorieren die Mainboard-Hersteller Nvidias Chipsätze etwa bei den in den vergangenen Monaten eingeführten AM3-Mainboards weitgehend – im heise Preisvergleich findet sich nur ein einziges AM3-Board mit einem Nvidia-Chipsatz. Der ist zudem schon recht alt, denn aktuell sind GeForce-Chipsätze der 8000er-Reihe. Ohnehin hatte AMD mit den eigenen Chipsätzen den Markt in den vergangenen Jahren stark für sich eingenommen – vor zirka drei Jahren saßen auf dem Gros der im Einzelhandel verkauften Boards für AMD-CPUs noch Nvidia-Chipsätze.

Bei Chipsätzen für Intel-CPUs gibt es schon länger Streitigkeiten um die Lizenz. Doch selbst wenn die beiden Unternehmen diese Probleme beseitigen: Intels neueste Desktop- und Notebook-Prozessoren mit Lynnfield-Kern bringen bereits einen Speichercontroller mit; die Anfang nächsten Jahres erwarteten Westmere-Prozessoren werden auch einen Grafikkern enthalten. Da beide Funktionen bislang zu den Hauptarbeitsgebieten von Mainboard-Chipsätzen zählten, dürfte für Nvidia nicht mehr viel Platz bleiben, um konkurrenzfähige Produkte zu attraktiven Preisen anzubieten. Für Intel-Prozessoren mit FrontSideBus (FSB) will das Unternehmen aber offensichtlich noch neue Chipsätze entwickeln – damit dürfte ein Nachfolger für den ION-Chipsatz gemeint sein.

Update: Nvidia hat mittlerweile ein offizielles Statement zur Situation herausgegeben. Darin bestätigt das Unternehmen die meisten Passagen im Bericht des PC Magazine: Die Entwicklung von Chipsätzen für neuere Intel-CPUs mit DMI-Interface (also Lynnfield und Nachfolger) liegt auf Eis, bis die Lizenzstreitigkeiten geklärt sind; neue Chipsätze für Intel-Prozessoren mit FSB seien noch in Entwicklung.

Eine klare Aussage, ob das Unternehmen in Zukunft Chipsätze für AMD-CPUs entwickeln will oder nicht, findet sich allerdings nicht. Bei den Lobeshymnen auf den Erfolg im Geschäft mit Chipsätzen für AMD-Prozessoren wird zudem nur ein alte Chipsatz-Serie erwähnt.(thl)

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