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26.07.2010 19:00

Was wirklich war in einer Sommernacht (Auflösung des 2. Sommerrätsels)

Eine Kolumne mit guter Laune und guten Rätseln zu beginnen und mit einer Serie von schlimmen Meldungen abbrechen müssen, ist nicht gerade Journalisten-Alltag. 19 Tote bei der Love-Parade, dazu Politiker, die davon reden, dass das Sicherheitskonzept "stichhaltig" gewesen sei und jede Schuld weit von sich weisen, das darf nicht Alltag sein. Dennoch erschien das WWWW mit dem zweiten Teil des Sommerrätsels, zu dem hier die Antworten nachgereicht werden. Von 10 Fragen rund um das Thema Software wurden 6 richtig beantwortet, zwei weitere wurden fast gelöst, nur die Fragen Nummer 2 und 8 blieben unerledigt übrig.

Frage 1 beschäftigte sich mit einer Software, die Blitze schleudert. Die Lösung war das Spiel Microsoft Decathlon, das im Februar 1983 erschien, spielbar auf Apple II und Apple IIe (][ bzw. ][e) mit mindestens 48 KB Arbeitsspeicher.

In Frage 2 ging es um eine Firma, die mit einem denkbar einfachen Namen groß wurde. Die Lösung war die Software AG, die 1984 allein in den USA 38 Millionen Dollar Umsatz machte und dabei mit der föderalistischen Struktur Deutschlands warb: Eine Software, die in allen deutschen Bundesländern eingesetzt wird, ist in jedem Land der Welt einsatzfähig.

Frage 3 hatte das erste größere Computerprogramm von Donald Knuth zum Inhalt. Die Antwort kann unter anderem hier gefunden werden, ein Tic-Tac-Toe für die IBM 650.

Frage 4 ist eine Leserfrage und bezog sich auf eine CPU mit selbstmodifizierendem Code. Die mitgelieferte Antwort bezog sich auf das System /370 von IBM, doch gab es dieses Feature schon beim Vorgänger /360 und dem Flugmodell AP 101.

Was ein Browser und FTP vor dem Internet waren, wollte Frage 5 wissen. Neben vielen richtigen Antworten zum Browser gab es Versuche, FTP aufzulösen. Das Handbuch Business English von 1970 hält die Lösung parat: FTP steht da für "Failure To Pay" im Kaufmännischen, entsprechend ist ein Browser definiert: "A shopper with no cash".

Frage 6 nach der Beta-Software bringt uns wieder zu IBM. Die Firma kannte bei ihrer Hardware die Zyklen A-Test, B-Test und C-Test, entsprechend nahm man bei der Software griechische Buchstaben. Zuletzt prangte das warnende ß-Zeichen auf den CDs von OS/2 Warp vom August 1994 und OS/2 Warp vom April 1995. Bei der letzten OS/2-Warp ß-Software, Codename Merlin, vom Juni 1996 ging man zur Schreibweise Beta über.

Frage 7 war wieder einmal ein Logo-Rätsel, das jedoch schnell gelöst war. Das Segelschiff mit seinem Q erinnerte die Teilnehmer schnell an Quarterdeck Office System mit seinem Programm Desqview /386, was wiederum böse Erinnerungen bei anderen Lesern wach rief.

Frage 8 behandelte ein deutsches Programm, das die herkömmliche Struktur von Dateien und Ordnern durch einen Zeitstrahl ersetzte. Das Programm hieß Dependencies, wurde als "Ereignis-Browser" propagiert und 1998 von einer Deus Ex Machina Communications vermarktet. Es war nicht besonders erfolgreich. "Wer zu blöde ist, mit Dateien und Ordnern umzugehen, sollte sich keinen Computer kaufen", so ein damaliger Leserbrief mit einer heute noch bekannten Haltung.

Frage 9 verweist bereits auf den dritten und letzten Teil des Sommerrätsels, in dem Personen geraten werden sollen. Eric Schmidt stellte 1999 DigitalMe von Novell auf der Internet World in New York vor. Das Programm sollte die digitale Identität im Internet festschreiben.

Die Appendixware in Frage 10 definierte das heute nur noch auf Papier existierende "Internet Dictionary" im Jahr 1994 so: "A particular useless category of software (usually shareware) that performs a task so specific or so trivial as to be virtually meaningless to the general population at large. The Net is full of appendixware." (Hal Faber) / (pmz)

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